FAQ

Unser 6jähriger (Masken beatmet) soll eine Zahnsanierung bekommen. Es wurde uns eine Behandlung unter Narkose mit Lachgas angeboten. Wer hat Erfahrungen und Tipps? Eine Vollnarkose wollten wir vermeiden.

Antwort:

Ein paar grundsätzliche Anmerkungen:

  • man kann davon ausgehen, dass weder der Zahnarzt noch der die Zahnarztpraxis betreuende Anästhesist jemals etwas vom Undinesyndrom gehört hat und schon gar keine Erfahrung damit hat.
  • ähnlich wird es einem in den meisten Kliniken gehen.
  • Lachgas-Inhalation ist eine hilfreiche Unterstützung, wenn der Patient kooperativ ist (Kinder sind das in der Regel beim Zahnarzt nicht so sehr), aber den Eingriff nicht bei vollem Bewusstsein mitbekommen möchte. Dieses Verfahren wird von Zahnärzten mit speziellen Geräten durchgeführt, bei denen der Atemluft eine nach oben begrenzte Menge Lachgas beigemengt wird, das einen leicht berauschenden und schmerzlindernden Effekt hat. Eine zusätzliche Pulsoxymetrie ist in jedem Fall unerlässlich, weil Lachgas eine höhere Bindung an das Blut hat als Sauerstoff und damit die Gefahr einer Verdrängung des Sauerstoffs und damit eines relativen Sauerstoffmangels besteht. In der Regel haben die dieses Verfahren einsetzenden Zahnärzte wenig Ahnung von den möglichen Komplikationen und Risiken und beherrschen die entsprechenden Hilfsmaßnahmen (Maskenbeatmung, Intubation) nur unzureichend oder gar nicht.
  • Natürlich muss die häusliche Maskenbeatmung auch während des Eingriffs durchgeführt werden – das kann technisch mit der Lachgasapparatur schwierig sein und je nach Größe der Maske auch den Zahnarzt bei seiner Behandlung behindern.
  • In jedem Fall würde ich bei einem Undinekind eine Zahnbehandlung mit zusätzlichen Maßnahmen zur Sedierung nur mit einem anwesenden Anästhesisten durchführen, der mit den im Notfall eventuell erforderlichen Fähigkeiten und auch apparativen Möglichkeiten routiniert vertraut ist.
  • Bei Zahnsanierungen kommt für die Füllungen ein wassergekühlter Bohrer zum Einsatz, bei Zahnextraktionen kommt es immer zu leichten Blutungen und eventuell muss auch hier eine wassergekühlte Fräse eingesetzt werden. Die Flüssigkeit im Mund (auch der Speichel, der bei Manipulationen im Mund eher vermehrt gebildet wird) wird mit einem Sauger abgesaugt, wie man es von jeder Zahnarztbehandlung selber kennt. Beim wachen Patienten wird Flüssigkeit, die nicht abgesaugt werden kann geschluckt und löst, wenn sie versehentlich „in die falsche Röhre“ kommt einen Hustenreflex aus. Bei jeder Sedierung werden je nach Tiefe die Schutzreflexe mehr oder weniger stark abgeschwächt, d.h. der Hustenreflex kann zu schwach sein und Flüssigkeit, Speichel, Blut oder Zahnstaub können in die unteren Atemwege gelangen. Diese sogenannte Aspiration kann schwerwiegende Folgen haben.
  • Bei umfangreicheren Eingriffen und in flacher Sedierung nicht oder schlecht zu führenden Patienten (Kinder finden in der Regel eine Zahnbehandlung nicht so klasse…) empfiehlt sich daher die Abdichtung der Atemwege mit einem Tubus. Dies erfordert aber eine Narkose mit Beatmung.
  • Die bei einer Sedierung eingesetzten Medikamente (wenn es über eine Lachgas-Anwendung hinausgeht) sind die gleichen wie bei einer Vollnarkose: in der Regel werden Propofol als Schlafmittel und Remifentanil als Schmerzmittel verwendet, eventuell wird zur Aufrechterhaltung der Narkose ein Narkosegas, meist Sevofluran eingesetzt. Eine Beimengung von Lachgas ist auch möglich und senkt die Menge der sonstigen Narkosemittel, kann aber bei der Intubationsnarkose am Ende mit Sauerstoff zuverlässig „ausgewaschen“ werden.
  • In jedem Fall sind die Medikamente sehr kurz wirksam und gut steuerbar und auch bei Undine problemlos einsetzbar. Unser Sohn hat mehrere Intubationsnarkosen völlig problemlos überstanden – auch ambulant. Natürlich muss im Aufwachraum nach dem Eingriff eine Maskenbeatmung wie sonst auch durchgeführt werden bis die Nachwirkungen der Medikamente vollständig abgeklungen ist.

Fazit: ich würde von einer reinen Lachgasbehandlung zur Zahnsanierung abraten und eher eine Vollnarkose mit Intubation empfehlen. Es ist die mit Abstand sicherere Methode und es gibt keinen Grund ein solches Verfahren zu vermeiden. Die modernen Narkosemedikamente sind gut verträglich, das Nebenwirkungsspektrum ist gering, die Sicherheitsrisiken durch die Narkose sind ebenfalls gering und vermutlich deutlich weniger schwerwiegend als die Risiken einer Zahnbehandlung bei einem flachen Sedierungsverfahren ohne Intubation.

Die Krankenkasse möchte unsere Einmalsensoren für das Pulsoxymeter nicht mehr genehmigen. Der Dauersensor wird aber am Finger befestigt, geht dauernd ab und stört meinen Schlaf massiv. Wie kann ich die Krankenkasse davon überzeugen, dass ich Einmalsensoren brauche?

Antwort:

Die Krankenkasse genehmigt im Normalfall die Einmalsensoren (für den Fuß) nachdem ein Arztbrief  verfasst wurde. Einmalsensoren halten in der Regel eben auch bis zu 8 Wochen.

 

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